Schwarzes Loch verschlingt Galaxie

In diesem Bild von Centaurus A (aufgenommen durch das Hubble Space Telescopes) kreist ein Cluster junger blauer Sterne, entlang einem Tal von dunklem Staub liegend, um eine Galaxie. Tief innerhalb des Staubs verschlingt ein superschweres Schwarzes Loch das Massenäquivalent eines Sterns jedes Jahr.

Das vermutete Schwarze Loch scheint von den Überresten einer kleineren Galaxie gefüttert zu werden, die mit Centaurus A kollidiert ist:

Astronomen verwendeten das Hubble Space Telescope um durch einen dicken Gürtel aus galaktischem Staub zu spähen, dabei konnten sie die in der Milchstraße am nächsten liegende kannibalische Galaxie “in action” erleben. Was sie in größerer Klarheit als jemals zuvor finden konnten war: Ein Schwarzes Loch in einer alten Galaxie, mehr als 1 Milliarde mal schwerer als unsere Sonne,  welches dabei ist eine kleinere, jüngere Galaxie aufzufressen, die innerhalb der letzten Milliarden Jahre mit ihm kollidiert ist. Es war nun das erste mal möglich diese Schauspiel nahe dem Zentrum einer aktiven Galaxie zu beobachten. Während das Schwarze Loch damit fortfährt Staub und gasgefüllte Spiralgalaxien mit Sternen zu verspeisen, schleudert es große Mengen an  Energie und Licht aus. Die meisten dieser “aktiven Galaxien” sind mehr als 100 mal weiter entfernt. 

Umgeben von dunklem Staub

Als Centaurus A vor 150 Jahren entdeckt wurde, erschien sie wie Zwillinge, als leicht voneinander getrennte verschwommene Flecken. Erst in den 1950gern  erkannten Wissenschaftler, daß es sich um eine einzige, alte Galaxie handelte, die von einem Ring aus dunklem Staub umgeben war. Centaurus A erhielt mehr Aufmerksamkeit in den letzten Jahren, hervorgerufen durch moderne Instrumente, die starke Radiosignale, Röntgen- und Gammastrahlung, detektierten, die aus der 10 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie ausströhmten. Centaurus A ist nur vier bis fünf mal weiter entfernt als die der Milchstraße am nächsten stehende Galaxie, die Andromeda-Galaxie. Das obige Bild zeigt Ranken von schattigem Staub erleuchtet von Wolken aus hellem orangefarbenem Gas. Verstreut in dem Band aus Staub sind körnige Cluster aus heißen, hellen blauen Sternen eingebettet. Die Astronomen haben solche blauen Sterne bereits zuvor beobachtet, aber noch nie in diesem detail. Es war die Präsenz dieser offensichtlich jungen Sterne in der Mitte einer offensichtlich alten Galaxie, die nur den Schluß zuließen, daß hier eine Kollision stattgefunden haben muß. Wenn eine kleine Spiralgalaxie mit Centaurus A verschmolzen ist, dann hat sie eine Menge an Gas und Staub deponiert. Im Tumult der Kollision werden dann neue Sterne geboren.

Nahrung für das Schwarze Loch

Die neueste Infrarotkammera an Bord von Hubble zeigt, daß Gas und Staub ebenfalls zur Fütterung des von Astronomen vermuteten Schwarzen Loches beiträgt. "Dieses Instrument erlaubt es uns direkt in die Höhle des Monsters zu blicken", sagte einer der beteuligten Astronomen.  Bis jetzt umhüllt von der bandähnlichen  Scheibe aus galaktischen Überresten,  brachten die neuen Bilder eine weitere, kleinere Scheibe aus leuchetendem Gas zutage, die um das Schwarze Loch wirbelt. Sie ist nur 65 Lichtjahre im Durchmesser und steht senkrecht zum äußeren Staubgürtel.  Ein Energiereicher Jet aus hochenergetischen Röntgenstrahlen bricht aus dem Schawrzen Loch in das All aus. Merkwürdigerweise verhält sich die innere Scheibe nicht so wie man es erwarten würde.  Die Thoerien sagen voraus, und dies wird auch durch Beobachtungen an anderen Galaxien bestätigt, daß die trichterförmige Scheibe senkrecht zum Jet aus dem Schwarzen Loch stehen sollte.  Statt dessen  liegt die Scheibe im Inneren von Centaurus A senkrecht zu der äußeren Scheibe - nicht zu dem Jet, welcher bei einem Winkel von 70 Grad zur äußeren Scheibe herausschießt.  Es hat den Anschein, daß sich die kleine Scheibe mehr um die Symmetrie Galaxie kümmert als um die Symmetrie des Jets. Bei der Beobachtung einer anderen Galaxie (M84) erhielt man genau den umgekehrten Fall: Die innere Scheibe war senkrecht zum Jet und schief zur umgebenden Galaxie.

Der Versuch einer Neuordnung?

Anhaltspunkte für die Unterschiede dürften in der Kollision liegen. Es spricht einiges dafür, daß Centaurus A gerade dabei beobachtet wird, wie sie sich selbst nach dem Zusammenstoß mit der Begleitergalaxie versucht wieder zu Ordnen. Eine alternative Thoerie ist, daß die Masse der verschmolzenen Galaxien größer sein könnte als die des Schwarzen Lochs. Falls dies so ist, beeinflußt der gravitative Zug die innere Scheibe. Es muß nun als nächstes gemessen werden wie schnell die Materie in der inneren Scheibe rotiert.  Dies sollte die Masse des Schwarzen Loches enthüllen, die man dann mit der geschätzten Masse von Centaurus A vergleichen kann.

 

 

Black hole
Home
Kernchemie
Astrophysik
Actinides
Transactinides
Kernstruktur
Kernreaktionen
Forschungs- 
 reaktoren
Relativitäts-  
 theorie
Quanten-  
 mechanik
Chemie
Physik des 21. Jh.
Links
Krise der 
 Forschung
Kontakt

Living textbook
of Nuclear Chemisty