Die Vorgeschichte der Entdeckung der Schwarzen Löcher kann man zur Zeit Newtons beginnen, der das Gesetz von der allumfassenden Schwerkraft aufstellte - das Gesetz, das die Kraft beschreibt, deren Wirkung absolut alles unterworfen ist. Weder zur Zeit Newtons noch heute, Jahrhunderte später, ist ein Beispiel für eine andere in solchem Maße universelle Kraft bekannt. Alle anderen Arten der physikalischen Wechselwirkung sind mit konkreten Eigenschaften der Materie gekoppelt. Das elektrische Feld z.B. wirkt nur auf geladene Körper, wogegen sich neutrale Körper gegenüber diesem Feld vollkommen gleichgültig verhalten. Allein die Schwerkraft herrscht in der Natur absolut. Das Schwerefeld wirkt auf alles: Auf leichte Teilchen und auf schwere (bei gleichen Anfangsbedingungen zudem in völlig gleicher Weise!), ja sogar auf das Licht. Die Hypothese, daß Licht von massereichen Körpern angezogen wird, stellte bereits Newton auf. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde von Laplace die folgende erstaunliche Voraussage gemacht: "Ein strahlender Stern mit einer Dichte, die der Erddichte gleich ist und dessen Durchmesser 250mal größer als der Durchmesser der Sonne ist, erlaubt aufgrund seiner Schwerkraft keinem Lichtstrahl, uns zu erreichen. Deshalb ist es möglich, daß die hellsten Himmelskörper im Weltall aus diesem Grunde unsichtbar sind.” Worauf gründet sich nun die Behauptung von Laplace? Er berechnete unter Zugrundelegung der Newtonschen Gravitationstheorie den Wert, den wir heute als zweite kosmische Geschwindigkeit auf der Oberfläche eines Sterns bezeichnen. Das ist jene Geschwindigkeit, die man einem Körper erteilen muß, damit er die Schwerkraft überwindet und auf immer vom Stern in den Raum fortfliegt. Für Sterne mit Parametern, wie sie Laplace angegeben hat, beginnt die zweite kosmische Geschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit zu übersteigen. Folglich kann das Licht von einem solchen Stern aufgrund der Gravitationswirkung nicht in den Kosmos gelangen. Es kann einen Beobachter nicht erreichen, und wir nehmen den Stern nicht wahr, obwohl er Licht ausstrahlt! Das war eine glänzende Vorhersage. Dennoch besitzen die Schlußfolgerungen von Laplace, wie wir jetzt (in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts) wissen, keine Beweiskraft. Die Grundursache dafür, daß der dargelegte Beweis nicht streng ist, besteht darin, daß Laplace Gravitationsfelder riesiger Stärke beobachtete, in denen fallende Körper bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Im Jahre 1915 zeigte Einstein, daß für solche Felder die Gravitationstheorie Newtons nicht anwendbar ist. Er schuf eine Gravitationstheorie, die sowohl für superstarke als auch für sich schnell ändernde Gravitationsfelder gültig ist, und nannte sie Allgemeine Relativitätstheorie.

 

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